Durch direktes Manipulieren von Bausteinen entstehen greifbare Anker im Gedächtnis. Handlungsnähe aktiviert sensorische Kanäle, stärkt mentale Modelle und fördert Transfer. In Lernlabors zeigte sich, dass interaktive Sequenzen besonders dann tragen, wenn Reflexionsfragen den Schritt vom Erleben zum Verstehen strukturieren und begriffliche Beziehungen explizit benannt werden.
Viele Missverständnisse bleiben in stillen Übungen verborgen. Interaktive Modelle zwingen Entscheidungen ans Licht: Parameter werden verändert, Konsequenzen sichtbar, Hypothesen überprüft. Lehrkräfte erkennen Muster, Lernende korrigieren sich selbst. Entscheidend sind klare Prompting-Fragen, die nicht nur richtige Ergebnisse, sondern auch Begründungen und alternative Wege einfordern, um Denken offen zu legen.
Eine Lehrerin ließ Vektoren per Drag-and-drop kombinieren, Reibung variieren und Messfehler simulieren. Lernende erklärten plötzlich, warum Richtung wichtiger als Länge sein kann. Fehlersensibles Feedback stoppte Zufallsklicks. Im Nachtest verschob sich die Fehlerverteilung deutlich, besonders bei Transferaufgaben mit unbekannten Zahlen und überraschenden Randbedingungen, die sonst abschrecken.
Im Seminar steuerten Gruppen Flüsse von Stoffen, Energie und Enzymaktivität. Wird ein Parameter geändert, verschiebt sich das Gleichgewicht sichtbar. Debatten entstanden über Rückkopplungen und Engpässe. Die Lehrperson sammelte Hypothesen auf Karten, legte Pausen für Reflexion ein und verknüpfte Erkenntnisse mit realen Daten aus Forschungslaboren und klinischen Anwendungen.
Eine Online-Übung zeigte Schritt für Schritt, wie Zeiger, Listen und Bäume sich verändern. Lernende schoben Knoten, sahen Speicherzustände und Laufzeiten live. Fehlersimulationen provozierten Diskussionen über Robustheit. Die Ergebnisse im Projekt glichen sich signifikant an, weil mehr Studierende tragfähige mentale Modelle aufbauten statt Muster auswendig zu reproduzieren.